Nachtwache der Bekloppten - das Biotop 2.0

puntohgt2008

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Auf Anregung von Ingo, hab ich den Thread mal umbenannt, war mal "Wie kommt es, das Ihr noch mitten in der Nacht im Forum seid?"

Wie im Topic erwähnt, warum seit Ihr noch so spät hier unterwegs? Ich bin auf Nachtschicht :D

Thx to Kopernikus, Titel "eingedeutscht" :D


Update 2: Nachtwache der Bekloppten - das Biotop 2.0 21.09.
Update 1: Nachtwache der Irren 20.09

DER Nachtschwärmer-Thread, bzw. das Foren-Nachtcafé Originalname
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
An diese Art von Elend kann man sich nicht gewöhnen. Ich kann in Deutschland nicht zum Vergnügen Bahn fahren...irgendwas ist immer.
tägliches Pendeln mit der Bahn ins Ruhrgebiet... das kann man mit dem Auto nicht machen, total ätzend. Alles voll, und viele Idioten auf den Straßen, und zu teuer isses auch.

wir fahren mehrfach im Jahr längere Strecken, im ICE komfortabel und fast immer pünktlich.
 
wir fahren mehrfach im Jahr längere Strecken, im ICE komfortabel und fast immer pünktlich.
Ich fahre mehrfach täglich kurze Strecken, in der der S-Bahn, manchmal hab ich nen Sitzplatz.. Und manchmal ist sie auch pünktlich.
Aber die Fahrten im DB- Fernverkehr, die ich in den letzten Jahren gemacht habe, waren durch die Bank problembehaftet. Dabei meine ich noch nicht einmal Banalitäten wie WLAN, was nicht funktioniert. Nach meiner Erfahrung bedeutet DB-Fernverkehr bibbern, ob man denn den Anschluß kriegt.
 
das Problem ist bei mir eher umgekehrt, die Regiobahn ist oft nicht pünktlich, aber wenn wir mal Fernverkehr nehmen, funktioniert es.
 
@Volvo-Berti
In der Tat, bei mir auch. ;)
Regionalbahn war mehrmals eine Katastrophe. Aber als ich mal quer durch Deutschland musste, vier verschiedene Züge mit 3x umsteigen, waren alle Züge auf die Sekunde pünktlich. (y)
 
Hmn...ich bin inzwischen in fast 20 Ländern Bahn gefahren....darunter auch Länder wie Rumänien, Moldawien, Georgien oder Armenien...und in allen Ländern hat der Fernverkehr besser funktioniert als daheim. Und spätestens, wenn man die Fahrpreise ins Verhältnis mit dem jeweiligen Durchschnittseinkommen setzt, sieht man wie wenig man bei der DB kriegt.
 
Hmn...ich bin inzwischen in fast 20 Ländern Bahn gefahren....darunter auch Länder wie Rumänien, Moldawien, Georgien oder Armenien...und in allen Ländern hat der Fernverkehr besser funktioniert als daheim. Und spätestens, wenn man die Fahrpreise ins Verhältnis mit dem jeweiligen Durchschnittseinkommen setzt, sieht man wie wenig man bei der DB kriegt.

In den meisten Ländern ist die Bahn Eigentum und damit Prestigeobjekt des Staates, die Angestellten sind quasi "Beamte des Staates".
In anderen Ländern oder auf Teilstrecken ist die Bahn privatisiert, da wollen die Investoren und Aktionäre am Ende Dividende sehen.
In Deutschland ist die Deutsche Bahn als privater Konzern organisiert, gehört aber zu 100% dem Staat: Er trägt Gewinn und Schulden.
 
das System der Bahn in DE ist echt stark verbesserungsfähig. zB ist es in F und NL so, das man eigentlich ohne ticket gar nicht auf den Bahnsteig kommen kann. Dort sind Schranken, die sich nur per Ticket öffnen lassen. Somit hat man da wirklich nur Menschen, die auch fahren, aber keine anderen.
 
In Georgien kommst du teilweise nicht in den Zug, sofern dein Name nicht auf der ausgedruckten Passagierliste des Zugbegleiters steht.
In den meisten Ländern ist die Bahn Eigentum und damit Prestigeobjekt des Staates, die Angestellten sind quasi "Beamte des Staates".
In anderen Ländern oder auf Teilstrecken ist die Bahn privatisiert, da wollen die Investoren und Aktionäre am Ende Dividende sehen.
In Deutschland ist die Deutsche Bahn als privater Konzern organisiert, gehört aber zu 100% dem Staat: Er trägt Gewinn und Schulden.
In anderen Ländern ist der ÖPNV/ÖPFV ein Teil der Daseinsfürsorge des Staats gegenüber dem Bürger und man hat eingesehen, dass das immer subventioniert werden muss.
 
Wobei ich sagen muss, dass die Fahrt in einem georgischen Nahverkehrszug mit fehlender Scheibe bei +6°C und Nieselregen nicht unbedingt der Daseinsvorsorge dienlich war. Wobei der Zug akkurat pünktlich war und gemessen an Fahrzeit und Strecke auch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis hatte - 150 Kilometer in 4 Stunden für 2 georgische Lari (~66ct).^^
 
In anderen Ländern ist der ÖPNV/ÖPFV ein Teil der Daseinsfürsorge des Staats gegenüber dem Bürger und man hat eingesehen, dass das immer subventioniert werden muss.

Dann hätte man aber nicht durch die Super-Nicht-Privatisierung die ganzen Flächen und Immobilien so schick verscherbeln können. Hier im Südwesten läuft nach wie vor die größte Lachnummer in dieser Hinsicht mit einem immer noch nicht fertigen Rattenloch, welches für den Schienenverkehr null Vorteile bringt, aber endlos Kohle verschlingt.

Immerhin freut sich ein Hersteller von Tunnelbohrmaschinen, jede Menge Baufirmen und vielleicht irgendwann mal noch ein paar Banken und Immo-Fritzen, wenn die Flächen in der Innenstadt tatsächlich frei werden.

Zu dem Rest sage ich als noch aktiver Eisenbahner lieber nix, sonst springe ich aus dem Fenster, wenn ich meine Arbeit bei der ehemaligen Reichsbahn und der DB AG zumindest bis in etwa die Jahre 2005-2010 vergleiche. Ab da war nur noch Kasperle-Theater mit ständigen Umstrukturierungen, Sparen, Sparen, Sparen und das Ergebnis ist dieser Dienstleistungsbetrieb, bei dem nix mehr funktioniert.

Winter hat uns jedenfalls nicht gejuckt und wenn bei der Bahn nichts mehr lief, dann stand alles Andere schon lange. Aber da waren auf jedem Bahnhof auch noch Leute und Arbeiter, die Schnee geräumt haben und die Weichen notfalls im Stundentakt ausgebuddelt haben, damit es lief. Kostet halt alles und macht ja nach Aussage einer ehemaligen Personalchefin sowieso inzwischen alles die Technik - geliefert wie bestellt sage ich nur...

...aber die Reform und die DB AG wurde ja wie ähnliche "Privatisierungen" bei Post und Telekom auch als das achte Weltwunder verkauft.
 
In Georgien kommst du teilweise nicht in den Zug, sofern dein Name nicht auf der ausgedruckten Passagierliste des Zugbegleiters steht.

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das ist in Irland auch so
Wie wahr. Das müsste eigentlich als Wandtatoo in jeden Verkehrspolitikerbüro hängen!!
!! da bin ich auch für
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Zu dem Rest sage ich als noch aktiver Eisenbahner lieber nix, sonst springe ich aus dem Fenster, wenn ich meine Arbeit bei der ehemaligen Reichsbahn und der DB AG zumindest bis in etwa die Jahre 2005-2010 vergleiche. Ab da war nur noch Kasperle-Theater mit ständigen Umstrukturierungen, Sparen, Sparen, Sparen und das Ergebnis ist dieser Dienstleistungsbetrieb, bei dem nix mehr funktioniert.
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mein Vater war auch bei der Bahn, er schüttelt nur noch den Kopf, wenn er das Thema hört.
 
In anderen Ländern ist der ÖPNV/ÖPFV ein Teil der Daseinsfürsorge des Staats gegenüber dem Bürger und man hat eingesehen, dass das immer subventioniert werden muss.
Ist das wirklich so oder haben wir in Deutschland da nicht auch ein Problem mit der Haltung der Leitung der Bahn zum Thema Pünktlichkeit?
Manchmal hat man das Gefühl, die Bahn ist stolz darauf, dass die Hälfte der Züge pünktlich ankommt, statt sich zu schämen, dass die Hälfte Verspätung hat.
 
mein Vater war auch bei der Bahn, er schüttelt nur noch den Kopf, wenn er das Thema hört.

Hihi - kann ich mir vorstellen;-)

Gemeckert wurde ja auch schon immer und über alles, aber wenn ich so durch die Problemfelder steige, wird der Weg recht lang.

- Keine bahnfesten Fahrzeuge aus Gründen wie Vergabepraxis mit Kisten, die beim Vertragsabschluß noch nicht mal auf dem Papier existieren und viel Elektronik/Computer sind und damit "Störungen" haben, die eigentlich keine sind. Früher® konnte man halt noch ein Schütz unterkeilen oder anderweitg eine Notschaltung machen, damit man weiterkam. Jetzt ist in aller Regel fini, wenn der Kollege Computer Nö sagt und Ab- und Aufrüsten nicht hilft. Aber da waren die Mühlen auch länger getestet und kamen nicht als Prototypen in den Regelbetrieb.

- Eine Dispositions-Software, die unter aller Grotte ist und vielleicht spannend für Statistiker und die Abrechnungsebene, auf der praktischen Seite aber mehr hindert als nutzt

- ein vor allem im Nebennetz völlig abgewirtschaftetes und kastriertes Schienennetz plus anhängend daran die Signaltechnik und das trifft nicht nur auf die Handvoll alten, mechanischen Stellwerke zu - wie man an den idiotischen "Korridorbaustellen" sieht, greift diese Seuche inzwischen auch im Hauptnetz

- ein sich ständig änderndes Vorschriftenwesen/Regelwerk, bei dem im Zuge des Angleichens der EU-Richtlinien aus meiner bescheidenen Sicht manchmal schlicht über das Ziel hinausgeschossen wird, und das verbunden mit der teils recht kurzen Ausbildungsdauer eher verunsichert beim Anwenden

- dann kommt noch das Dauerthema mit allem, was auf -mangel endet wie Fahrzeugmangel, Personalmangel usw. Wo früher® Bereitschaften und Ersatzgarnituren vorgehalten wurden, wird sich aus "Wettbewerbsgründen" kein EVU zuviele Fahrzeuge und Personale leisten und bei den Vorbereitungszeiten wird halt auch jede Minute herausgekratzt. Funktioniert dann etwas nicht, dann wird es eben entweder Verspätung oder gleich ein Ausfall. Da ich auch in der Disposition arbeite, habe ich es mir aber streng angewöhnt, halbseidene Fahrzeuge nicht mehr vom Hof zu lassen. Der Ärger überwiegt den eines Ausfalls ab Zugbeginn deutlich, wenn die Kiste dann irgendwo auf der Strecke abraucht.
 
ich finde es bewundernswert, dass du und auch viele andere Bahner da immer noch arbeiten ob des immensen Frustationspotentials. Hut ab!

Gibt ja genug andere Branchen wie im Gesundheitswesen und Ähnlichem, wo Beruf Berufung ist und die Menschen in ihrer Arbeit eher unauffällig scheinen. Aber das ist ein wunder Punkt, denn ich trage mich tatsächlich mit dem Gedanken, nach fast 40 Jahren einen Beruf mit weniger Streßpotential und ohne die Schichterei zu suchen. Die Fluktuation in solchen Branchen ist eh enorm.
 
Irgendwie bekomme ich Lust, ein altes Hobby wieder aufleben zu lassen und mir eine Modelleisenbahn zu bauen... :)
 
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