Alles in einem Gerät zu haben ist natürlich sexy. Das Problem bei Thermometer und Fenstererkennung im Thermostat ist:
Wenn der Heizkörper nicht direkt unter dem Fenster ist wird er auch nicht unbedingt zuverlässig erkennen, dass das Fenster geöffnet oder gekippt ist, weil der Temperaturabfall nicht schnell genug abläuft.
Meine Erfahrung ist: Das funktioniert selbst, wenn der Heizkörper direkt unter dem Fenster ist, nur arg begrenzt. Entweder ist die Luft draußen nicht kalt genug, dann fällt die Temperatur nicht schnell genug und er erkennt es nicht. Oder er erkennt es, aber es so stark verzögert, dass man bis dahin das Fenster schon wieder zu hat. Und ebenso verzögert erkennt er tatsächlich, wenn das Fenster wieder zu ist. Fenster-auf-Erkennung macht nur mit einem Fensterkontakt Sinn.
Andersrum ist das Thermometer direkt durch den Heizkörper beeinflusst - also muss es immer kompensieren, dass es eine teils deutlich höhere Temperatur misst, als der Raum tatsächlich hat.
Genau, die Werte stimmen auch nie. Angeblich wird das kompensiert. Hat bei mir aber noch nie gestimmt. Daher: Raumthermostat.
Ein externes Thermometer kann man an einem repräsentativen Ort platzieren und so die Realtemperatur ohne Offset messen - dadurch hat man die Möglichkeit recht genau zu lernen, wie man die Thermostate am besten ansteuert um möglichst sparsam, möglichst schnell oder wie auch immer die Zieltemperatur zu erreichen ohne zu überheizen
Meine Methode inzwischen: 3 Temperatursensoren. Davon den Median nehmen. Das funktioniert auch dann noch, wenn mal ein Sensor ausfällt. Oder ein Sensor wegen offener Tür oder Wärmestau an der Stelle was ganz anderes als der Rest misst. Nehme dafür DS18B20-Sensoren (ca. 1€/Stück inkl. Kabel und mehr oder weniger wasserdichter Hülle auf eBay) und hänge die an einen Shelly via Temp-Addon. Der Shelly wiederum schaltet dann ein thermisches Stellglied am Heizkörper. Dann kann/braucht man auch keine Batterien mehr am Thermostaten wechseln und das Ding kann nie leer sein. Stromlos ist der sowieso automatisch geschlossen. Im Notfall kann man über ein kleines Rädchen den Heizkörper trotzdem aufdrehen.
(ich spiele da aktuell mit Better Thermostat in HA, das angeblich genau das automatisch lernt und dabei auch entweder noch ein Außenthermometer oder einen Wetterdienst zuhilfe nimmt - aber dank der aktuellen Wetterlage habe ich da noch keinerlei Erkenntnisse

- ich kann bestätigen, dass das Thermostat komplett zu ist, wenn das Fenster offen ist und auch bei geschlossenem Fenster der Heizkörper keine Klimaanlage wird um die Zieltemperatur zu erreichen).
Bin gespannt! Hatte mal selbst eine PID bzw. PI-Regelung versucht, sogar als Kaskadenregelung (Raumtemperatur steuert per PI-Regelung eine Heizkörpertemperatur, die wiederum per PI-Regelung das Ventil steuert). Das müsste in der Theorie am besten sein. Habe Ewigkeiten an den Parametern gebastelt. Am Ende habe ich alles wieder rausgeworfen und steuere jetzt wieder direkt ohne Kaskade das Ventil mit einer einfachen Zweipunkt-Regelung an, wobei die zwei Punkte so nah beieinander liegen, dass es eher sogar eine Ein-Punkt-Regelung ist. Zieltemperatur erreicht: Aus. Zieltemperatur unterschritten: An. Das funktioniert bei einer so trägen Sache wie der Raumtemperatur erstaunlich gut. Klar sieht man dann leichte Schwankungen in der Temperatur. Spüren tut man die aber nicht.
Die Spülmaschine heizt 10L Wasser auf 55...70°C auf, die Waschmaschine 40L Wasser auf (meistens) 30...40°C.
Das sind dann aber sehr alte Modelle. Bei der Spülmaschine kommt es noch eher hin, ca. 3-4L zum Spülen, nochmal ca. 3-4L zum Klarspülen/Trocknen, macht 7-8L die erwärmt werden müssen. Bei der Waschmaschine sind es aber weit weniger als 40L. Die braucht sie ja fast nur insgesamt und davon muss ein Großteil nicht erwärmt werden, da zum Spülen.
Übrigens lohnt sich bei der Spülmaschine und ggf. (wenn zwei Anschlüsse vorhanden) auch bei der Waschmaschine ein Warmwasseranschluss. Dann kann man günstiger erwärmtes Wasser aus dem Warmwasserspeicher nutzen und spart nochmal Strom.
Heizen: man stellt natürlich die Therme gescheit ein (Vorlauf, Nachtabsenkung, Speichertemperatur).
Klar, das sowieso. Zumindest wo möglich. In meiner alten Wohnung gab es einen Regler für die Vorlauftemperatur von 1-9 und einen Schalter Ein/Aus. Das war's. Da ist dann nicht viel einzustellen
Die Sinnhaftigkeit davon, den Heizkörper abzustellen, wenn man das Bad lüftet, ist so evident, daß man keine superintelligenten Thermostaten braucht.
Du glaubst nicht, wie oft meine Mitbewohner früher vergessen haben, das Fenster auch zeitnah wieder zuzumachen

Und auch jetzt passiert das noch manchmal. Dann ist es doch gut, wenn die Wärme der Heizung nicht zum Fenster heraus fliegt.
Ich kenne meine Wohlfühltemperatur besser als jede Regelung, egal wo sie steht.
Meine Wohlfühltemperatur ändert sich aber durchaus mal.
Und es ist einfacher, eine Zieltemperatur einzustellen, als am Heizkörper den Wert zwischen 1 und 5 zu raten und dann immer nochmal nachzukorrigieren (zu warm, zu kalt, ...)
In meiner alten Wohnung habe ich jedenfalls alle Heizkörper durch das damalige MAX!-System von eq3 umgerüstet. Dazu Raumthermostate und Fensterkontakte. Und ein Relais an der Therme, dass diese abschaltet, wenn kein Heizkörper Energie anfordert. Ergebnis: Verbrauch ist von 18.000kWh auf 12.000kWh gesunken. Locker 300-400€ gespart im ersten Jahr. Damit waren die Kosten für's System nach einem Jahr amortisiert. Später dann durch mein eigenes System ersetzt (Shelly + Temp-Addon, DS18B20 Temperaturfühler, thermisches Stellglied am Heizkörper). Das war/ist nochmal günstiger, zuverlässiger und genauer. Als die Energiepreise durch den Krieg so stark stiegen, habe ich nochmal optimiert. Zieltemperatur in allen Räumen 0,5-1 Grad weniger, Wohnzimmer standardmäßig nur noch auf 18°C und heizen nur noch wenn jemand drin ist (erkannt daran ob irgendein Verbraucher (Licht, Fernseher, ...) an ist). Nochmal die Reglungen der einzelnen Räume so angepasst, dass sie möglichst nur dann heizen, wenn auch jemand im Homeoffice ist. Verbrauch ist dadurch nochmals gesunken, auf 9.000kWh.
Hat sich also ziemlich gelohnt!
Hier wo wir jetzt wohnen habe ich bisher nur Bruchstücke der Heizungssteuerung wieder aufgebaut. Hier müsste man mal testen, wie viel das bringt. Da wir jetzt nur noch ca. 2.000-2.500kWh Strom + 500kWh Gas verbrauchen, sind die Einsparpotentiale natürlich sehr viel geringer. Andererseits muss ich nichts anschaffen, von der letzten Wohnung ist noch fast alles vorhanden.
Strom: da geht halt viel. Von der LED über den Aufstellort der Gefriertruhe bis hin zum Laptop statt PC.
Kommt halt auch immer drauf an. Wenn man schon Energiesparlampen oder gar LEDs hat bringt Licht z.B. wenig, also es z.B. zu dimmen oder kürzer zu betreiben. Wer nicht ultra alte Kühlgeräte hat, kann da auch nur begrenzt sparen. In meiner alten Wohnung ließ sich durch diverse Automatisierungen beim Strom am Ende z.B. wenig sparen. Daher hilft nur:
Es gilt, erst messen, dann handeln. Damit eröffnen sich die Handlungsoptionen genauso, wie welche verschwinden.
Ich programmiere das Zeitverhalten an der Therme. Und ja, es gibt immer mal Lamento, wenn ich mich -vergeblich- weigere, wegen Besuchs die Zeitschaltung umzuprogrammieren.
Ich finde es ganz nett, wenn Schwiegereltern zu Besuch kommen, die gerne frieren, einfach die Zieltemperatur leicht anzuheben, fertig. Dann muss ich nichts an der Therme/Steuerung verändern, mir nicht die Heizkörperstellungen vorher merken, nicht die neue Einstellung der Heizkörper raten, nicht die mehreren Heizkörper im Raum synchronisieren. Einfach neuen Zielwert rein, fertig. Hinterher wieder zurück - oder Automatik abwarten, die bei der nächsten Absenkung den Wert eh überschreibt.
Nö. Ich glaube auch nicht, daß das was bringt. Schlimmstenfalls verwirbeln einem die durch Temperaturgradienten erzeugten Zimmerstürme ständig die Haare. Ernsthaft: es gibt Räume, die werden unterschiedlich benutzt wie z.B. das Homeoffice. Da drehe ich dann morgens hoch und abends runter. Die Sinnhaftigkeit des Hoch- und Runterdrehens hängt auch von der Heizung und der Hütte ab. WENN Du hohe Wärmeverluste hast und der Heizkörper Lavatemperatur erreichen kann, DANN macht Regeln mehr Sinn als in meiner Hütte mit niedriger Vorlauftemperatur und erträglicher Isolation. Da ist das Temperaturverhalten recht träge.
Das ist das wichtige. Siehe oben. Bei dem schlecht isolierten Gebäude meiner alten Wohnung ließ sich der Verbrauch durch geschickte Steuerung und Einzelraumregelung immerhin halbieren!
Dafür würde ich mir eher einen Kalendereintrag machen als einen smarten Thermostaten kaufen.
Extra dafür kaufen natürlich nicht. Wenn er aber schon da ist, ist es ein netter Nebeneffekt.
Was ich ja auch lustig finde: wie viele Threads gibt es in diesem Forum, in denen über Privacy-Probleme geklagt wird. Und nun wird hier darüber diskutiert, wie praktisch doch all diese IoT-Steuerungen sind, die am bequemsten von außen zugreifbar sein sollen. Da geht mir leicht mein Alu-Hut hoch.
Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun! Mein OpenHAB zur Steuerung läuft z.B. lokal auf meinem Heimserver und funkt nichts nach draußen oder drinnen. Nur über einen Reverse Proxy, der auch nochmal eine zusätzliche Authentifizierung abfragt, kann ich von außen zugreifen bzw. greife ich von außen zu. Und so kann ich von innen und von außen steuern, übertrage aber keine Daten sonstwohin. Nix mit Privacy-Problemen. Sowohl OpenHAB als auch Reverse Proxy (Traefik) sind auch Open-Source. Der Aluhut kann daher auf der Alufolien-Rolle bleiben.