HDD mit unkorrigierbaren und schwebenden Sektoren

bountykiller

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Hallo Zusammen,

in meinem NAS ist eine RAID-Platte mit unkorrigierbaren und schwebenden Sektoren rausgeflogen und ersetzt worden. Ich möchte mit der Schrottplatte noch ein bisschen Experimentieren bevor Sie im Shredder landet.

Und zwar habe ich mal gehört das es Tools gibt die die fehlerhaften Sektoren sperrt damit diese nicht mehr angesprochen werden. Ist das tatsächlich so oder Unfug?

Falls ja welches Tool kann sowas?

Beste Grüße
Bounty
 
bei manchen dateisystemen kann man beim formatieren defekte sektoren sperren lassen. die werden dann einfach nicht benutzt. aus der manpage von mke2fs:
-c Check the device for bad blocks before creating the file system. If this option is specified twice, then a slower read-write test is used instead of a fast read-only test.
 
Du musst zwingend eine Low-Level-Formatierung durchführen, damit die "Bad Sector Map" neu erstellt/markiert wird. Da musst du auf der Homepage des entsprechenden Anbieters nachschauen, ob dieser ein Tool anbietet, mit welchem ein LL-Format möglich ist. Die vom Hersteller erstelle P-Liste enthält bereits die Markierung der defekten Sektoren, welche beim Herstellungsprozess entstehen und unausweichlich sind. Durch einen LL-Format wird dann die G-Liste markiert, welche die neu dazugekommenen, fehlerhaften Sektoren enthält.

Edit: Bei aktuellen HDDs wird der LL-Format Befehl aus Sicherheitsgründen schlichtweg ignoriert. Somit nützen alle Windows-eigenen und gewöhnlichen Fremdtools nichts. Diese führen nur eine High-Level-Formatierung durch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kann das ein Linux-Tool bewerkstelligen? Ich würde es gern mal testen, rein interessehalber.
 
Kenne jetzt da kein Linux-Tool dafür. LL-Format dürfte ignoriert werden, da auch nur eine HL-Formatierung durchgeführt wird. Die Firmware sichert die Platte vor unbefugtem Zugriff. Schaue erst mal auf der Herstellerseite nach, ob die eben ein entsprechendes Tool anbieten.
 
HDDat macht es

Sowas geht nur unter DOS, und hier nenne ich gleich so ein Tool: HDDat. Boot-CD brennen und dann ran an die HD. Dieses Tool kann bei vielen Platten erstaunliches; manche Platten lassen aber auch nichts zu (liegt an Platte/Chipsatz oder seltsame Kombinationen davon. Intel-Chips gehen aber gut.). Man kann Sektoren reparieren; na ja nicht ganz: man schreibt mehrfach wechselnde Bitmuster auf den gleichen Sektor, manchmal wird er durch die mehrfache Magnetisierung wieder geheilt oder die durcheinandergekommene Gap's stimmen wieder.
Mir ist kein Programm bekannt, das so tief in Platten eintauchen kann, dazu noch als Freeware! Das beste: man kann alles selber einstellen, was gemacht werden soll. Aber ein falscher Befehl kann das KO für die Platte bedeuten - also Vorsicht!
Low-Level-Formatierung geht heute bei keiner Platte mehr, da nur die Platte selber Kenntnis über ausgeblendete Sektoren hat. Keine neuzeitliche Platte erlaubt den Zugriff auf ausgeblendete Sektoren, nach aussen existieren die gar nicht! Und niemand weiss, wie die Platte intern ihre Sekoren durchnummeriert, damit sie schneller liest oder schreibt.
Ich konnte mit HDDat schon einige Platten wiederbeleben, die gerade schrieben, als der Strom ausfiel. :cool:
 
Ausgeblendete Sektoren sind, wie beschrieben, in der P-Liste bereits eingetragen. Wie die Platte intern nummeriert ist egal. Für dies ist der Controller zuständig. Muss man gar nicht wissen. Es kann nur mit einer LL-Formatierung gelingen, die Platte wieder korrekt zum Funktionieren bringen, wenn die G-Liste markiert wird.

Also auf der Herstellerseite nach einem Tool suchen. Ist das einzig Richtige.
 
Gibt es eventuell auch ein Windows-Tool?
auswendig weiss ich nur gerade, das die windows setup routine, bei der auswahl erweiterte formatierung, den datenträger prüft, sektoren verschiebt, repariert, und/oder ausblendet. desswegen dauert das/die so lange.
danach einfach abbrechen bevor die eigentliche instalation beginnt.

gibt sicher einen weg das in windows direkt zu machen weiss aber gerade nicht in wie weit das mit: >> cmd >> chkdsk -r -f geht.

was sagen den die SMART werte der HDD
 
Defekte Sektoren lassen sich nicht reparieren. Liegt ja auf der Hand. Die sind simpel und einfach über dem Berg (Siehe Beitrag oben).

>> cmd >> chkdsk x: /r /f (cmd unter Administratorrechte ausführen) macht einen HL-Check und Reparatur. Kann nicht funktionieren (aus selbigen Grund wie oben gepostet).

Und eben für dies gibt es Spezialtools, welche einen LL-Format durchführen. Und für dies ist er ja auch gedacht.


Edit: Bei aktuellen WinOS heisst der chkdsk-Befehl: >> cmd >> sfc x: /scannow (cmd unter Administratorrechte ausführen)
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich das jetzt richtig verstehe, wird die Festplatte lediglich mit Nullen überschrieben. Das wäre dann keine LL-Formatierung, sondern eine normale HL-Formatierung.

Ich glaube, die haben da Probleme mit der Definition des Begriffs "Low-Level-Formatierung".
 
Das sehe ich genauso. Das ist nach meinem Verständnis nur für Laien gedacht die ihre Platte löschen wollen und nicht wissen wie sie das anständig bewerkstelligen sollen.
 
Ihr solltet schon mal genau lesen was auf dem Bildschirm steht :D.

Der "Extended Test" des WD-Tools (Windows Version) dürfte wohl einen Surface Scan enthalten (wie man ihn z.B. vom Hitachi Tool kennt).
EXTENDED TEST - This option checks your drive thoroughly and it can repair any correctable errors. (Please note: Although this option is safe and does not alter the data on your hard drive, some data loss may occur, depending on the errors found and the errors corrected. Western Digital recommends that you have a current backup of your data).
EXTENDED TEST - performs a Full Media Scan to detect bad sectors. Test may take several hours to complete depending on the size of the drive.
Eine echte Low Level Formatierung gibt es m.W. prinzipbedingt gar nicht mehr für aktuelle HDDs, aber Lesen aller Sektoren und Aussondern der Defekte dürfte wohl für den vom TE gewünschten Zweck ausreichen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kann das ein Linux-Tool bewerkstelligen? Ich würde es gern mal testen, rein interessehalber.


dd if=/dev/zero of=/dev/sdX
sdX ist deine defekte Festplatte, vorher ermitteln, nicht das du deine Systemplatte mit Nullen füllst.

Defekte Sektoren bleiben defekt, egal wie oft man "LowLevel" formatiert.
 
Ich würde dennoch immer das Herstellertool für die HDD bevorzugen. Erst recht, wenn ein kommerzielles Tool behauptet, es könnte Low Level Format obwohl das schon lange nicht mehr möglich ist. Wikipedia sagt dazu u.a.:

Today, an end-user, in most cases, should never perform a low-level formatting of an IDE or ATA hard drive, and in fact it is often not possible to do so on modern hard drives because the formatting is done on a servowriter before the disk is assembled into a drive in the factory.[14][15]

While it is generally impossible to perform a complete LLF on most modern hard drives (since the mid-1990s) outside the factory,[16] the term "low-level format" is still used for what could be called the reinitialization of a hard drive to its factory configuration (and even these terms may be misunderstood).

The present ambiguity in the term low-level format seems to be due to both inconsistent documentation on web sites and the belief by many users that any process below a high-level (file system) format must be called a low-level format.

...

Reinitialization should include identifying (and sparing out if possible) any sectors which cannot be written to and read back from the drive, correctly. The term has, however, been used by some to refer to only a portion of that process, in which every sector of the drive is written to; usually by writing a specific value to every addressable location on the disk.

Nichts anderes tut auch das von Helios verlinkte Tool, obwohl das Herstellertool es kostenlos erledigen würde ...

@Modulator: ja, aber der Surface Scan sondert sie automatisch aus, sodaß sie nicht mehr angesprochen werden können. Das kann Nullen mit dd nicht.

EDITH: unter diesem Wikipedia-Link wird es auch nochmal nett erklärt --> http://www.pcguide.com/ref/hdd/geom/formatUtilities-c.html
 
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