Schadet Ein- und Ausstecken auf Dauer einem USB-Anschluss?

metterheck

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Hallo,

ich benutze eine externe Festplatte zur Sicherung meiner Daten an einem ThinkPad L530. Dazu schließe ich die Festplatte täglich einmal an den (einzigen) USB 3-Anschluss des ThinkPads an, lasse die Sicherung laufen und ziehe den Stecker wieder ab. Dieses Vorgehen hat aus meine Sicht zumindest zwei Vorteile: Die Platte läuft nicht den ganzen Tag bzw. hängt im Standby und sie ist den größten Teil der Zeit für Malware nicht erreichbar. Aber riskiere ich damit vielleicht auf Dauer, den USB-Anschluss mechanisch oder elektrisch zu beschädigen?

Schönen Gruß, metterheck
 
Mir ist noch keine USB-Buchse abhanden gekommen. Nur mal eine Micro-USB am Tablet, da könnte ich aber die Platine mit der Buchse tauschen.

Ich denke es hängt auch vom Geschick ab, also wieviele Versuche benötige ich, bis der Stecker drin ist? Wie gerade oder schräg stecke oder ziehe ich den Stecker? Und nicht zuletzt ist ne Buchse an einem thinkpad sicherlich mechanisch beanspruchbarer als bei einem klinklangchong-laptop für €150 Neupreis...
 
Das halte ich für eine steile These.
OK, dann ändere ich das ab:
eine gut konstruierte und platzierte Buchse hält sicherlich länger als eine nicht durchdachte Konstruktion.
Ich hatte mal aus Neugier ein wirklich billiges Notebook in der Hand. Da fielen die Buchsen eigentlich schon vom anschauen ab.
 
Man kann Apple vorwerfen was man will, aber ich glaub Lightning ist vom Designkonzept USB C sogar ein kleines Stück überlegen.
Dass der Lightning-Anschluss gegenüber USB C mechanisch robuster ist, ist offensichtlich. Aber Apple hatte ja meines Wissens nie das Ziel gehabt, dass Apple-Technik auch in anderen Geräten verbaut wird. Eher im Gegenteil, mal vorsichtig ausgedrückt...

Ich habe es jetzt nicht überprüft, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass sich Apple das Konzept, wo der Stecker quasi eine "Zunge" ist und die zugehörigen Kontakte in der Buchse an deren Außenwänden sitzen, patentrechtlich so gut hatte schützen lassen, dass niemand sonst so etwas einsetzen konnte.
 
Man kann Apple vorwerfen was man will, aber ich glaub Lightning ist vom Designkonzept USB C sogar ein kleines Stück überlegen. Deswegen bin ich auch kein Fan von der EU sanktionierenden Politik ggü Apple... Einheitsbrei zu wollen, schön und gut, ist auch sinnvoll, aber wenn es funktioniert, dann funktioniert es doch...Frag mich ob ein Politiker dabei war, der irgendein MINT-Background vorweisen kann oder den nötigen Sachverstand mitbringt differenziert abzuwägen was den Kosten Nutzen Faktor angeht..
Technische Lösungen vorzuschreiben, war noch nie gut. Bestes Beispiel ist Fahrradbeleuchtung: LED-Rücklichter waren bis vor kurzen verboten, weil in der STVZO explizit "Glühbirne" als vorgeschriebenes Leuchtmittel stand.
Richtig wäre es, Anforderungen vorzuschreiben - so macht man es im Requirement Engineering - und dann die Industrie die beste Lösung erarbeiten zu lassen.
Sowas setzt aber voraus, daß die Hersteller an einer Lösung interessiert sind und sie nicht aufgrund von Geschäftsinteressen blockieren. Apple verdient sich mit ihren proprietären Schnittstellen eine goldene Nase durch den Verkauf von überteuerten Adaptern. Daher wollten die nicht kooperieren.
Was macht man in so einer Situtation?
 
Das ist richtig. Aber Wirtschaftspolitik mal beiseite; ich frage mich warum Apples Zungendesign so gut ist, dass es keiner sonst adaptieren kann? Lizenzen könnte man ja vergeben, Money talks..!

Die entscheidende Frage ist doch: Warum kann die EU Apple verdonnern einen (löchrigen und mMn nicht ausgereiften) USB Standard einzusetzen aber nicht Ihre Patente für lizenzen freizugeben? Es leuchtet nicht ein, warum man im Sinne von Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit und die ganze BS-Polemik nicht die technisch sinnvollere lösung akzeptieren mag. Ich schiele auch bewusst nach Brasilien wo man sich den Heck Meck mit Apples Querulanten nicht mehr länger bieten lässt.

Und die noch viel entscheidendere Frage ist: kann man USB C noch weiter optimieren? Wenn der Standard nicht das Problem ist sondern deren Implementierung, dann sehe ich schwarz.

Außerdem was die unterstützten Protokolle angeht ist das doch wieder zum Scheitern verurteilt, spätestens mit USB 5 Gen 3x1,5 Rev. 3c
 
Dass der Lightning-Anschluss gegenüber USB C mechanisch robuster ist, ist offensichtlich. Aber Apple hatte ja meines Wissens nie das Ziel gehabt, dass Apple-Technik auch in anderen Geräten verbaut wird. Eher im Gegenteil, mal vorsichtig ausgedrückt...

Ich habe es jetzt nicht überprüft, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass sich Apple das Konzept, wo der Stecker quasi eine "Zunge" ist und die zugehörigen Kontakte in der Buchse an deren Außenwänden sitzen, patentrechtlich so gut hatte schützen lassen, dass niemand sonst so etwas einsetzen konnte.
Ist er das? Eine qualitativ hochwertigen USB-C Buchse auszuleiern bevor das Gerät ohnehin obsolet ist halte ich für fast unmöglich. Mein altes Handy habe ich 4.5 Jahre lang täglich 1-2 Mal angesteckt, immer mit dem selben Kabel. Das Kabel hält bis heute gleich gut wie am ersten Tag, hat keine Wackler oder sonstige Probleme. Und das war ein 350€ Handy und ein 15€ Kabel.

Ich habe auch schon optisch baugleiche USB-C Buchsen für eigene Projekte gekauft, von denen die einen nach ~100 Steckzyklen eingehen, und die anderen die 10ct mehr kosten haben sich bisher bei mir und einigen hundert anderen denen ich Platinen verkauft hab als unzerstörbar erwiesen. Apple prüft sehr genau, was sie von welchem Zulieferer kaufen, und schauen, dass sie eben keine Blindgänger kaufen die nix halten aber halt 10ct billiger sind, während andere Firmen gern mal schauen was am wenigsten kostet, und das ohne große Tests ob die Hersteller ihre Angaben auch einhalten kaufen.

Bin ziemlich sicher, dass iPhones mit USB-C Buchsen ebenso langlebige Buchsen haben werden wie aktuell. Der schlechtere Ruf von USB-C kommt einzig und allein daher, dass viele Android Buden den billigsten Kram kaufen um Gewinnmarge zu optimieren.

ich frage mich warum Apples Zungendesign so gut ist, dass es keiner sonst adaptieren kann? Lizenzen könnte man ja vergeben, Money talks..!
Meiner Meinung nach würde das keine Datenraten wie USB-C erlauben weil der Stecker konzeptionell bedingt deutlich schlechter abgeschirmt ist. Bei USB-C hat man eine geschlossene Schirmung von Kabel über Stecker zu Buchse. Wenn die Kontakte außen sind, hat man immer eine Unterbrechung in der Schirmung, und eine geschirmte Metallbuchse kann das nicht kompensieren. Jedenfalls nicht bei mehreren GHz Datenraten.
 
Die entscheidende Frage ist doch: Warum kann die EU Apple verdonnern einen (löchrigen und mMn nicht ausgereiften) USB Standard eingesetzten aber nicht Ihre Patente für lizenzen freizugeben?
Weil ersteres eine ganz normale Normsetzung ist, zu der ein Gesetzgeber jederzeit berechtigt ist. Zweiteres hingegen eine Enteignung darstellen würde, die auch gegen Entschädigung nur in Ausnahmefällen zulässig ist.

USB war/ist ein offener Standard und hatte/hat eine deutlich größere Marktdurchdringung als Apples proprietäre Lightning-Schnittstelle. Vor diesem Hintergrund war die damalige EU-Entscheidung für USB C eindeutig besser gerechtfertigt als alles andere. Auch wenn aus technischer Sicht womöglich eine Entscheidung pro Lightning vorteilhafter gewesen wäre.

Das ist aber nicht nur ein Problem politischer Entscheidungen, das passiert auch, wenn Marktkräfte walten. Wie früher mal bei Videokassetten, wo sich mit VHS der technisch relativ schlechtere Standard gegen Video2000 und Betamax durchgesetzt hatte.
 
Technische Lösungen vorzuschreiben, war noch nie gut. Bestes Beispiel ist Fahrradbeleuchtung: LED-Rücklichter waren bis vor kurzen verboten, weil in der STVZO explizit "Glühbirne" als vorgeschriebenes Leuchtmittel stand.
Richtig wäre es, Anforderungen vorzuschreiben - so macht man es im Requirement Engineering - und dann die Industrie die beste Lösung erarbeiten zu lassen.
Das kann aber auch nach hinten losgehen. Eine der Anforderungen an einen Fahrradscheinwerfer ist z.B., ihn blendfrei einzustellen. Vor der 2017er-Novelle der StVZO war klar geregelt, wie das zu erreichen ist:
Der Lichtkegel muss mindestens so geneigt sein, dass seine Mitte in 5 m Entfernung vor dem Scheinwerfer nur halb so hoch liegt wie bei seinem Austritt aus dem Scheinwerfer.
Anders ausgedrückt: 10m vor dem Rad trifft die Lichtkegelmitte den Boden. Ob das sinnvoll ist um vor Blendung zu schützen und gleichzeitig eine ordentliche Ausleuchtung zu liefern sei mal dahingestellt, aber das ist objektiv messbar.

Heute steht da nur noch:
Der Scheinwerfer muss so eingestellt sein, dass er andere Verkehrsteilnehmer nicht blendet.
Na toll! Wann ein Scheinwerfer blendet ist höchst subjektiv. Auf der Basis kann man niemanden mehr auf die korrekte Einstellung seines Scheinwerfers hinweisen, denn er braucht nur noch sagen: "Nö, sehe ich anders." Und andererseits muss man es nun in einer Polizeikontrolle hinnehmen wenn die Beamten meinen, der Scheinwerfer sei falsch eingestellt.
 
Bin ziemlich sicher, dass iPhones mit USB-C Buchsen ebenso langlebige Buchsen haben werden wie aktuell. Der schlechtere Ruf von USB-C kommt einzig und allein daher, dass viele Android Buden den billigsten Kram kaufen um Gewinnmarge zu optimieren.
Rein vom Konstruktionsprinzip her (Aufbau, belastete Verbindungen, Materialstärken usw.) stelle ich mir die mechanischen Anforderungen an eine gute USB-C-Buchse höher vor und dürfte es meiner Einschätzung nach schwieriger sein, schrottige Lighning-Buchsen zu produzieren als schrottige USB-C-Buchsen. Bei den Steckern ist es noch eindeutiger.
Meiner Meinung nach würde das keine Datenraten wie USB-C erlauben weil der Stecker konzeptionell bedingt deutlich schlechter abgeschirmt ist.
Der Drops ist ja gelutscht und die Diskussion insofern eher akademisch. Daher nur aus Interesse - ist das eher ein theoretischer Vorbehalt, oder wurden da mal belastbare Vergleichsmessungen angestellt?
 
Das kann aber auch nach hinten losgehen. Eine der Anforderungen an einen Fahrradscheinwerfer ist z.B., ihn blendfrei einzustellen.
Dabei handelt es sich nicht um das Vorschreiben einer technischen Lösung, wenn man Kriterien für Blendfreiheit vorgibt. Genau das macht man ja beim Requirement Engineering. Der Punkt ist einfach, daß man sinnvolle Kriterien vorgeben muß. Vermutlich sah sich der Gesetzgeben dazu nicht in der Lage und hat es sein lassen, da es in der Praxis ohnehin nicht durchsetzbar ist.

So könnte man bei Ladebuchsen eine Anzahl von mindestens zu erreichenden Steckzyklen vorschreiben. Wie der Hersteller das erreicht, ist dann dessen Sache.
 
So könnte man bei Ladebuchsen eine Anzahl von mindestens zu erreichenden Steckzyklen vorschreiben. Wie der Hersteller das erreicht, ist dann dessen Sache.
So bekomme ich aber keine Norm. Und die war hier gefragt, denn das Nebeneinander von mehreren inkompatiblen Systemen zum Laden und für die Datenübertragung hatte nur für die Hersteller (Kundenbindung) und Anbieter von Adaptern Vorteile. Nicht für die Verbraucher individuell und auch nicht für die Gesellschaft insgesamt und die Umwelt (Ressourcenverschwendung).
 
Rein vom Konstruktionsprinzip her (Aufbau, belastete Verbindungen, Materialstärken usw.) stelle ich mir die mechanischen Anforderungen an eine gute USB-C-Buchse höher vor und dürfte es meiner Einschätzung nach schwieriger sein, schrottige Lighning-Buchsen zu produzieren als schrottige USB-C-Buchsen. Bei den Steckern ist es noch eindeutiger.
Yup, aber dann kostet eine Buchse halt 50ct statt 20ct. Solange die Hersteller halbwegs sinnvolle Tests anstellen ehe sie bei einem Zulieferer einkaufen, absolut kein Problem.

Der Drops ist ja gelutscht und die Diskussion insofern eher akademisch. Daher nur aus Interesse - ist das eher ein theoretischer Vorbehalt, oder wurden da mal belastbare Vergleichsmessungen angestellt?
Nicht möglich, da Lightning als ganzes nicht auf die Frequenzen ausgelegt ist. Stecker, Buchsen, Kabel, PCBs. Da müsste man ein Test-Gerät mit eigens dafür entwickeltem Lightning-artigem, dafür ausgelegten Stecker produzieren - Wären hunderttausende € für einen grundlegenden Test.
 
Yup, aber dann kostet eine Buchse halt 50ct statt 20ct. Solange die Hersteller halbwegs sinnvolle Tests anstellen ehe sie bei einem Zulieferer einkaufen, absolut kein Problem.
Da reden wir jetzt, glaube ich, etwas aneinander vorbei. Der Drops ist ja wie gesagt gelutscht und Lightning im Prinzip Geschichte. Insofern hatte ich da mehr auf grundsätzlicher Ebene argumentiert, wo aus meiner Sicht bei Lightning das mechanisch robustere Konzept umgesetzt wurde.
 
So bekomme ich aber keine Norm.
Allein damit natürlich nicht. Die Industrie hätte sich auf einen Standard einigen müssen, so war der ursprüngliche Gedanke. Nur haben die das nicht und jetzt hat man halt eine Lösung vorgeschrieben, sonst wäre man nie zum Ziel gekommen. Es besteht ja die Hoffnung, daß sich die Industrie in Zukunft von selber auf was besseres einigt.
 
Allein damit natürlich nicht. Die Industrie hätte sich auf einen Standard einigen müssen, so war der ursprüngliche Gedanke. Nur haben die das nicht und jetzt hat man halt eine Lösung vorgeschrieben, sonst wäre man nie zum Ziel gekommen. Es besteht ja die Hoffnung, daß sich die Industrie in Zukunft von selber auf was besseres einigt.
Auch da kann sich die technisch schlechtere Lösung durchsetzen, siehe die von mir in #28 erwähnte Entwicklung bei Videokassetten. Wobei es tatsächlich spannend wäre mal zu untersuchen, wie sich in der Beziehung die Wege über staatliche Regelungen vs. Einigung der Wirtschaftsakteure im Vergleich darstellen.
 
Ich wage zu behaupten, dass USB-C mehr Steckzyklen aushält als die mechanischen Docking-Stecker die davor da waren.
Da geht es m.E. nicht um die Anzahl von Steckzyklen unter Normbedingungen, sondern um die Stabilität und Robustheit unter Alltagsbedingungen. Und da hat man bei den USB-C-Steckern das Problem, dass man die wegen ihrer geringen Größe leicht mal verkanten kann und dass ebenfalls wegen der geringen Größe die Materialstärken im Stecker und auch in der Buchse ziemlich gering sind. Sodass sie dann eben leichter mal verformt werden können. Während bei den alten Docks durch die ganze Mechanik ein Verkanten beim Aufstecken wirksam verhindert wurde.
 
Eine andere Lösung wäre, Buchsen nicht mit dem PCB zu verlöten. Dann wären sie mit geringem Aufwand im Schadensfall zu ersetzen und es gäbe ein Zugentlastung. Aber es muß ja alles immer schlanker werden.
Fakt ist: Langlebigkeit und Reparaturfreundlichkeit ist kein Konstruktionsziel. Kurioserweise war das Zeug früher da besser, obwohl es nicht nötig gewesen wäre. Vor 20 Jahren war ein Computer nach 3 bis 5 Jahren technisch so überholt, daß er weg mußte. Jetzt reicht ein Laptop doch für normale Office-Arbeiten von der Leistungsfähigkeit her viele Jahre.
 
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