Eigenbau-NAS stromsparend mit SATA-HDDs

mtu

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11 Jan. 2009
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625
Moin! Ich würde mich über etwas Hilfe beim Denken freuen.

Ich habe vor ein paar Jahren einen alten Mini-PC von Shuttle zur NAS umgebaut. Ich habe das kleine Gehäuse mit 6 Laufwerken bis zum Rand vollgestopft, 4 davon sind SATA-HDDs mit großer Kapazität. Es läuft darauf ein selbst zurechtgebasteltes FreeBSD (kein TrueNAS), das die HDDs mit zfs benutzt. Das alles funktioniert hervorragend. Dank viel RAM und guter Rechenleistung kompiliert die Maschine sogar gelegentlich Softwarepakete für sich selbst und andere Server.

Allerdings verbraucht die Maschine absurd viel Strom dafür, dass sie im Dauerbetrieb ist. Der Idle-Verbrauch liegt weit jenseits der 30W (der genaue Wert ist mir peinlich). Nach meinem Dafürhalten habe ich alles Erdenkliche versucht:
  • Die SATA-HDDs stehen fast immer still und laufen nur an, wenn ich an die Daten muss (was selten ist).
  • Die CPU schläft mit C3, tiefer kommt sie nicht.
  • Wake-on-LAN kommt leider aus Gründen™ nicht in Frage.
Mein Eindruck ist, dass es mit dieser Hardware nicht mehr besser wird, deshalb suche ich nach Alternativen. Es gibt viele Vor- und Nachteile zu bedenken, und ich bin dankbar für Tipps. Folgende Gedanken habe ich bisher gehabt:
  1. Dasselbe nochmal bauen, mit modernerem Board und Netzteil: klappt ziemlich sicher, doch welchen Idle-Verbrauch kann ich so erreichen? Wenn ich nicht auf ≲20W komme, lohnt sich der Aufwand für mich nicht (der Zeitaufwand ist noch bedeutender als der Preis).
  2. Auf ein Thinkpad umziehen und die HDDs irgendwie anders als per SATA dranklemmen: vom Stromverbrauch super (ein anderer Server läuft hier als Thinkpad mit ~10W im Idle), doch wie soll ich die Platten anschließen? USB ist mir zu langsam und viel zu unzuverlässig. Außerdem würde das mit ≳4 externen 3,5"-Gehäusen mit jeweils eigenem Netzteil eine Monstrosität.
  3. Ein kleines, sparsames ARM-Board in einem geräumigen Gehäuse für die HDDs: guter Ansatz, doch die Hardware-Unterstützung macht mir Sorgen. FreeBSD unterstützt ARMv8 offiziell voll, aber spätestens wenn ich das Board um einen SATA-Controller erweitere (für die vielen HDDs), wird es zum Glücksspiel. Außerdem: Gibt es für solche Boards Netzteile, die den Spitzen-Anlaufstrom der HDDs von >100W mitmachen?
  4. Umstieg auf eine „fertige“ NAS à la Synology: ausgeschlossen, da ich die Freiheit mit dem Betriebssystem brauche.
  5. Umstieg auf NVMe-SSDs: Das wäre elegant, stromsparend und kompakt. Allerdings traue ich "spinning metal" deutlich mehr, was die Zuverlässigkeit und Integrität der Daten angeht. Außerdem wäre die Investition sehr groß, und ich hätte hinterher ~20TiB an HDD-Kapazität ohne Einsatzzweck rumliegen.
 
Lösung
Ich kann einen schönen Erfolg vermelden, besonders dank der geduldigen Auskünfte und Hilfe von @Prof Theorie 🤝

Ich habe einen Fujitsu Esprimo P956 in der Variante mit dem maximal effizienten Netzteil „E94+“ für ca. €100 gebraucht bekommen. Darin läuft ein i7-6700 @ 3.4 GHz mit 32GB RAM. Er hat das D3402-Mainboard mit 5 SATA-Ports und einem m.2-NVMe/SATA-Steckplatz. Ich habe nun 4x spinning rust und 2 SSDs drinnen.

Die Kiste idlet bei 10,5 Watt und spart mir gegenüber dem alten Server gut €10 im Monat(!). Selbst wenn die HDDs laufen – was sehr selten der Fall ist – zieht der Server nur etwa 25 bis 30 Watt.

(Es könnten noch ca. 4 Watt weniger im Idle sein, wenn Linux drauf liefe. FreeBSD ist leider nicht sonderlich gut darin...
Danke mtu.

Den Bildern nach zu urteilen sind die unteren Laufwerke gut belüftet. Bedenken hätte ich nur bei dem oberen im 5,25" Schacht und darauf bezog sich meine Frage bzgl. Zusatzlüfter.
Hast Du da mal die Temperatur ausgelesen?
 
Ich habe nochmal nachgeschaut, ich hatte da was verwechselt: Meine HDDs sind 4x 3,5", davon sind zwei in den unteren Schächten, und zwei sind vorne in den Buchten für 3,5" und 5¼" unterhalb des optischen Laufwerks.

Ohne zu laufen hatten alle Raumtemperatur (23 °C). Nachdem ich alle Platten zusammen hochgefahren und ein paar Lese- und Schreibzugriffe getätigt habe, sind die Temperaturen der vier Platten innerhalb von etwa 15–25 Minuten auf 29 °C bis 34 °C gestiegen.
 
@mtu Kannst du uns bitte mal ein paar Bilder von dem technischen Kunstwerk hier hoch laden?
 
Danke nochmals mtu, sehr hilfsbereit von Dir!

Die Temperatur für die oberen HDDs wäre damit unkritisch.
Das nenne ich ein entspanntes Verhältnis zur Technik, wenn man vergisst was da eigentlich arbeitet.
 
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Reaktionen: mtu
Das kommt btw sehr drauf an welche Festplatten es sind. Die "großen" Helium-Platten mit >16TB können schon sehr, sehr heiß werden wenn sie keinen direkten Luftstrom abbekommen und ein paar dutzend GB schreiben
 
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