Ist sowieso absoluter Blödsinn, die Steuerung der Kühlung über das Internet vorzunehmen. Es hätte vollkommen ausgereicht, nur die Temperaturen zur "Kontrolle" auszulesen. An den Temperaturen muss eh nichts geändert werden, wenn sie einmal vor Ort richtig eingestellt sind.
Zum korrekten Einstellen der Temperatur (und der in diesem Zuge erforderlichen Dokumentation zwecks Nachweis der Einhaltung der Kühlkette) brauchst du aber geschultes Personal - und zwar eine ganze Menge, wenn du davon pro Filiale vier* Leute brauchst.
Das ist teuer. Billiger ist es, diese Steuerung in der Zentrale zu bündeln. Der jeweilige Marktleiter, bzw. sein Beauftragter, schaut dann nur noch gelegentlich lokal nach, ob die Remote ausgelesenen Temperaturen mit der Realität übereinstimmen.
Wie haben wir nur früher überlebt, als man Kühlschränke noch vor Ort eingestellt hat, analog..? Haben die überhaupt funktioniert?
Ob das funktioniert hat weiß heute keiner, denn die Anforderungen an die Dokumentation waren damals nicht so hoch wie heute.
Der Praktikant der damals morgens um fünf durch die Gänge gelaufen ist um Regale aufzufüllen hat geschaut ob das Licht im Kühlschrank an ist und nach Laune auch mal auf das Innenthermometer geschielt. Aber wenn das "iss kalt hier" gesagt hat dann war gut. Ob gestern nach Feierabend Stromausfall bis Nachts um drei war und die Kühlschränke seitdem auf Hochtouren liefen um wieder auf Solltemperatur zu kommen hat im Zweifelsfall keiner mitbekommen.
Das Problem ist nicht, dass die Geräte über das Internet steuerbar sind, sondern dass deren IT-Sicherheit nicht professionell betreut wird. Das ist keine Aufgabe die man dem Hausmeister nebenbei überhelfen kann. Dafür braucht man Fachkräfte mit entsprechenden Kompetenzen.** Die kosten wieder Geld, also verzichtet man auf sie, wenn man dazu nicht gesetzlich gezwungen wird (und der Zwang kontrolliert wird).
Aber das Problem haben wir an vielen Stellen. Vor ein paar Jahren gingen ja IT-Angriffe auf Krankenhäuser durch die Medien, die ganze Einrichtungen lahmgelegt haben. Da stellte sich teils heraus, dass der Oberarzt nebenbei auch die IT schmiss.
Keiner käme auf die Idee, den Admin in den OP-Saal zu stellen. Dazu ist er nicht qualifiziert und jeder sieht das ein. Aber bei IT geht so ein Pfusch. Ist ja schließlich nur so Computerzeugs. Diese Einstellung muss sich gesamtgesellschaftlich ändern, auch bei Privatleuten, über deren kompromittierte Geräte oft die Angriffe gefahren werden. So lange das nicht passiert werden wir in schöner Regelmäßigkeit ähnliche Vorfälle erleben.
*) Einer ist krank oder im Urlaub und die anderen müssen im 3-Schicht-System 24/7 die Einhaltung der Kühlkette aller Kühlschränke gewährleisten.
**) Kompetenzen sowohl was ihre Fähigketen als auch ihre Befugnisse angeht. So ein IT-Verantwortlicher muss in der Lage sein beurteilen zu können, ob neue Hardware langfristig wartbar ist, und wenn er zu dem Urteil kommt, dass das nicht der Fall ist, dann muss er ein Vetorecht bei der Beschaffung haben.